»Daran hast du sehr recht getan. Mein Bruder handelt stets so, wie ich handeln würde, wenn ich mich an seiner Stelle befände.«
»Auch sagte ich mir, daß es geraten sei, zu dir zu gehen, weil wir nun besprechen können, was zu geschehen hat.«
»Was zu geschehen hat! Was wird mein Bruder Old Shatterhand uns da vorschlagen?«
»Hier kann man nicht eher einen Vorschlag machen, als bis man weiß, was die Kiowas unternommen haben, nachdem sie bemerkten, daß wir nicht mehr da waren.«
»Muß man dies erst erfahren? Kann man es nicht vielleicht auch erraten?«
»Ja, erraten kann man es, aber das Erraten bietet nie die Sicherheit wie das Sehen und Hören, das wirkliche Erfahren. Man kann sich irren.«
»Hier nicht. Die Kiowas sind keine Kinder, sondern erwachsene Krieger; sie werden von allem, was hier möglich ist, das Klügste tun, und das ist nur eins.«
»Sie reiten fort? – Nach ihrem Dorfe?«
»Ja. Wenn sie dich nicht angetroffen haben, so wissen sie, daß Santers Absicht nun nicht auszuführen ist, und der Anführer wird wieder auf seinen Vorschlag zurückkommen. Ich bin überzeugt, daß sie es aufgeben, uns hier noch anzugreifen.«
»Santer wird doch versuchen, sie dazu zu bereden!«
»Das tut er gewiß, aber niemand wird auf ihn hören. Sie reiten fort.«
»Und wir? Was tun da wir? Reiten wir, wie sie erwarten, ihnen nach?«
»Oder ihnen voran!«
»Auch gut! Da kommen wir ihnen vor und können sie überrumpeln.«
»Ja, das könnten wir; aber es gibt etwas weit Besseres. Wir müssen Santer haben, und wir wollen Sam Hawkens befreien. Unser Weg führt uns also nach dem Dorfe Tanguas, wo sich Hawkens in Gefangenschaft befindet; aber es braucht nicht ganz derselbe Weg zu sein, den diese Kiowas von hier aus einschlagen. Diesen müssen wir vermeiden, weil man uns auf demselben erwartet. Wenn wir ihn einschlagen, können |