 | Sams Befreiung »Würde euch auch schlecht bekommen,« antwortete der eine von ihnen. »Wir können nämlich auch beißen. Zu den Gewehren haben wir nicht etwa aus Angst gegriffen, sondern weil es so Gebrauch ist und weil ihr uns verdächtig vorkommt.«
»Verdächtig? – Wieso?«
»Nun, wenn zwei Gentlemen, von denen der eine ein weißer und der andere ein roter ist, so allein in der Prärie herumreiten, dann sind sie gewöhnlich Spitzbuben. Dazu ist euer Habit ein ganz indianisches. Sollte mich wundern, wenn ihr ehrliche Kerle wäret!«
»Danke Euch für diese Aufrichtigkeit! Es ist immer nützlich, zu wissen, was andere von einem halten. Kann Euch aber versichern, daß Ihr Euch irrt.«
»Möglich. Eine Galgenvisage habt ihr nicht; das ist richtig. Kann mir auch ganz gleichgültig sein, ob ihr früher oder später irgendwo aufgehangen werdet, denn da bekommt ihr den Strick an euern und nicht an meinen Hals. Vielleicht habt ihr die Gewogenheit, uns zu sagen, woher ihr kommt?«
»Ganz gern. Wir haben keinen Grund, heimlich damit zu tun. Wir kommen vom False Washita herüber.«
»So! Und wo wollt ihr hin?«
»Ein wenig zu den Kiowas.«
»Zu welchen?«
»Zu dem Stamme, dessen Häuptling Tangua heißt.«
»Das ist nicht weit von hier.«
»Weiß es. Das Dorf liegt zwischen dem Red River und dem Salt Fork.«
»Richtig! Aber wenn ihr einen guten Rat annehmen wollt, so kehrt schnell wieder um und laßt euch vor keinem Kiowa sehen.«
»Warum?«
»Weil es eine schlechte Angewohnheit ist, sich von den Roten umbringen zu lassen.«
»Pshaw! Habe mir das bisher noch nicht angewöhnt und werde es auch später niemals tun.«
»Was später geschieht, kann niemand wissen. Meine Warnung ist gut gemeint und hat ihren Grund. Wir kommen nämlich von Tangua. Derselbe hat die löbliche Absicht, jeden |
 |  |
 |