 | Sams Befreiung welche vorüber wollten. Ich durfte nicht aufspringen und wälzte mich zur Seite. Da blieben sie stehen und sprachen miteinander; dabei fiel das Auge des einen auf mich und sie taten die vier Schritt zu mir hin. Da mußte ich freilich auf und fort. Der Schein der Feuer zeigte ihnen meine Gestalt, und sie erkannten mich. Ich floh aufwärts anstatt abwärts, um sie irre zu führen, schwamm über den Fluß und entkam. Aber Santer habe ich freilich nicht gesehen.«
»Du wirst ihn bald zu sehen bekommen, denn dieser junge Krieger hier ist darauf eingegangen, sich gegen Santer und Sam Hawkens auswechseln zu lassen, und ich bin überzeugt, daß der Häuptling darauf eingehen wird.«
»Uff! Das ist gut; das ist sehr gut! Mein Bruder Shatterhand hat kühn, ja fast tollkühn gehandelt, indem er Pida gefangen nahm, aber es war das Beste, was für uns geschehen konnte.«
Wenn ich gesagt hatte, daß er Santer bald zu sehen bekommen werde, so sollte dies noch viel eher geschehen, als ich gedacht hatte. Wir banden den Gefangenen so an und zwischen uns fest, daß seine Schultern die unserigen berührten und sein Kopf also, obgleich ihm die Arme gebunden waren, über Wasser bleiben mußte; mit den Beinen konnte er uns beim Schwimmen helfen. Dann gingen wir in den Fluß. Pida leistete uns dabei keinen Widerstand, sondern stieß, als wir den Grund unter den Füßen verloren hatten, in gleichem Takte mit den Beinen kräftig aus.
Der Nebel lag so dicht auf dem Wasser, daß wir nicht sechs Manneslängen weit sehen konnten, aber bekanntlich hört man im Nebel um so besser. Wir waren noch gar nicht weit vom Ufer entfernt, da sagte Winnetou:
»Mach leise! Ich habe etwas gehört.«
»Was?«
»Ein Geräusch wie von Rudern, welche in das Wasser getaucht werden, da aufwärts von uns.«
»So bleiben wir halten!«
»Ja; horch!«
Wir machten jetzt nur diejenigen geringen Bewegungen, welche notwendig waren, uns über Wasser zu halten, und ver- |
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