 | Sams Befreiung lauten Rufe und den Schuß gehört hatten und sofort von der Insel in das Wasser gesprungen waren, um uns zu Hilfe zu kommen. Ich rief sie zu mir, um mir zu helfen, Pida nach der Insel zu bringen. Als wir diese erreichten und ich den Kiowa von mir losbinden ließ, gebot Winnetou seinen Leuten:
»Meine roten Brüder mögen sich alle schnell fertig machen! Santer ist soeben in einem Kanoe den Fluß hinunter, und wir müssen ihm nach.«
Er war so aufgeregt, wie ich ihn noch nicht gesehen hatte.
»Ja, wir müssen ihm nach, augenblicklich nach,« stimmte ich bei. »Aber was wird aus Sam Hawkens und unsern beiden Gefangenen?«
»Die überlasse ich dir,« antwortete er.
»So soll ich hier bleiben?«
»Ja. Ich muß diesen Santer, den Mörder meines Vaters und meiner Schwester, haben; du aber bist verpflichtet, Sam Hawkens, der dein Gefährte ist, zu befreien; wir müssen uns also trennen.«
»Auf wie lange?«
Er überlegte nur einige Augenblicke und sagte dann:
»Wann wir uns wiedersehen werden, das weiß ich jetzt nicht. Des Menschen Wunsch und Wille ist dem großen Geist untertan. Ich glaubte, länger bei meinem Bruder Shatterhand sein zu können, doch Manitou hat jetzt plötzlich dagegen gesprochen; er will es anders haben. Weißt du, warum Santer fort ist?«
»Ich kann es mir denken. Wir sind nicht in die uns gestellte Falle gegangen, und man hat dich gestern abend gesehen. Man weiß also, daß wir hier sind und nicht ruhen werden, bis wir Santer ergriffen und Hawkens befreit haben. Da hat Santer Angst bekommen und sich aus dem Staube gemacht.«
»Ja; aber es kann sogar noch anders sein. Der Sohn des Häuptlings ist verschwunden, und dies bringen die Kiowas natürlich mit unserm Erscheinen in Verbindung; sie nehmen an, daß er in unsere Hände geraten ist. Darüber ist Tangua ergrimmt und hat seinen Zorn an Santer, der an allem schuld ist, ausgelassen und ihn fortgejagt.«
»Auch das ist wahrscheinlich. Santer wird haben hören müssen, daß ihm die Kiowas keinen Schutz mehr gewähren.« |
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