»Sie würden dich nicht so achten können, wie ich es um deinetwillen wünsche.«
»So ist dieses Mittel ein ehrloses, ein verächtliches?«
»Nach den Begriffen der roten Männer, ja.«
»Sage es mir!«
»Du müßtest unsere Dankbarkeit anrufen.«
»Ah! Das tut allerdings kein braver Mann!«
»Nein. Wir haben dir unser Leben zu verdanken. Wolltest du dich darauf berufen, so würdest du mich und Intschu tschuna, meinen Vater, zwingen, uns deines Wunsches anzunehmen.«
»In welcher Weise?«
»Wir würden eine neue Beratung halten und während derselben so für dich sprechen, daß unsere Krieger den Dank, den du forderst, anerkennen müßten. Dann aber würde alles, was du getan hast, ferner wertlos sein. Ist dieser Rattler ein solches Opfer wert?«
»Allerdings nicht!«
»Mein Bruder hört, daß ich aufrichtig mit ihm rede. Ich weiß, welche Gedanken und Gefühle in seinem Herzen wohnen; aber meine Krieger können solche Empfindungen nicht begreifen. Ein Mann, welcher Dank fordert, wird von ihnen verachtet. Soll Old Shatterhand, welcher der größte und berühmteste Krieger der Apachen werden kann, heute von uns fortgehen müssen, weil meine Krieger vor ihm ausspucken werden?«
Es wurde mir schwer, hierauf eine Antwort zu geben. Mein Herz gebot mir, bei meiner Fürbitte zu bleiben; mein Verstand, oder besser gesagt, mein Stolz war dagegen. Winnetou fühlte Teilnahme für den Zwiespalt in meinem Innern und sagte:
»Ich werde mit Intschu tschuna, meinem Vater, sprechen. Mein Bruder mag hier warten!«
Er ging.
»Macht keine Dummheiten, Sir!« bat Sam. »Ihr ahnt gar nicht, was hierbei auf dem Spiele steht, vielleicht gar das Leben.«
»Das jedenfalls nicht!«
»O doch! Es ist wahr: der Rote verachtet einen Jeden, |