»Ja. Unsere Religion fordert von jedem Kinde, die Eltern zu achten und zu ehren.«
»Was für eine Squaw würde mein junger Bruder vorziehen, eine rote oder eine weiße?«
Durfte ich sagen, eine weiße? Nein, denn das hätte ihn beleidigt. Darum antwortete ich:
»Das kann ich nicht so beantworten. Es kommt auf die Stimme des Herzens an. Wenn diese spricht, so gehorcht man ihr, gleichviel, was die Squaw für eine Farbe hat. Vor dem großen Geiste sind alle Menschen gleich, und die, welche für einander passen und für einander bestimmt sind, die werden sich finden.«
»Howgh! Die werden sich finden, wenn sie zu einander passen. Mein Bruder hat sehr richtig gesprochen; er redet ja immer recht und gut.«
Hiermit war dieses Thema beendet, so, wie ich es wünschte, glaubte ich. Daß eine Indianerin erst Christin werden müsse, wenn sie die Squaw eines Weißen sein wolle, das hatte ich in ganz bestimmter Absicht scharf betont. Ich gönnte Nscho-tschi den allerbesten, edelsten roten Krieger und Häuptling; ich aber war nicht nach dem wilden Westen gekommen, um mir eine rote Squaw zu nehmen; ich hatte nicht einmal an eine weiße gedacht. Mein Lebensplan schloß, wie ich annahm, eine Verheiratung überhaupt aus.
Welchen Erfolg meine Unterredung mit Intschu tschuna gehabt hatte, erfuhr ich am zweiten Tag darauf. Er führte mich hinunter in das erste Stockwerk, wo ich noch nicht gewesen war. Dort lagen in einem besonderen, kleinen Behältnisse unsere Meßinstrumente.
»Siehe diese Sachen an, ob etwas davon fehlt,« forderte mich der Häuptling auf.
Ich tat es und fand, daß nichts abhanden gekommen war. Die Gegenstände waren auch nicht beschädigt worden, einige Verbiegungen abgerechnet, welche ich leicht reparieren konnte.
»Diese Sachen sind für uns Medizin gewesen,« sagte er. »Darum wurden sie so gut verwahrt und aufgehoben. Mein junger, weißer Bruder mag sie nehmen; sie sind wieder sein.«
Ich wollte mich für diese hochwillkommene Gabe bedanken; |