ziehenden [fortziehenden] Krieger von den zurückbleibenden eine Strecke weit begleitet werden. Dies geschah heut nicht, weil Intschu tschuna es nicht gewollt hatte. Die dreißig Roten, welche mit uns ritten, nahmen nicht einmal von ihren Frauen und Kindern Abschied. Sie hatten dies wohl schon vorher getan, denn es öffentlich zu tun, erlaubte ihre Kriegerwürde nicht. Einen Einzigen gab es, welcher mit Worten Abschied nahm, nämlich Sam Hawkens. Er sah Kliuna-ai unter den Frauen stehen, lenkte, als er bereits im Sattel saß, sein Maultier zu ihr hin und fragte: »Hat "Mond" gehört, was ich im Loche der Erde gesehen habe?« »Du hast es gesagt, und ich hörte es,« antwortete sie. »Ich hätte noch mehr, noch viel mehr sagen können, zum Beispiele auch von dir.« »Von mir? Habe ich auch mit im Loche gesteckt?« »Ja. Ich sah deine ganze Zukunft vor mir liegen. Soll ich sie dir mitteilen?« »Ja, tue das!« bat sie schnell und eifrig. »Was wird mir die Zukunft bringen?« »Sie wird dir nicht etwas bringen, sondern etwas rauben, etwas, was dir sehr wert und teuer ist.« »Was ist das?« erkundigte sie sich ängstlich. »Dein Haar. Du wirst es in einigen Monden verlieren und einen fürchterlichen Kahlkopf bekommen, grad so wie der Mond, der ja auch keine Haare hat. Dann werde ich dir meine Perücke schicken. Leb wohl, du trauriger Mondschein, du!« Er trieb lachend sein Maultier von dannen, und sie wendete sich ab, sehr beschämt darüber, daß sie sich durch ihre Neugierde hatte auf das Eis führen lassen. Die Ordnung, in welcher wir ritten, machte sich ganz von selbst. Intschu tschuna und Winnetou mit seiner Schwester und ich waren an der Spitze; dann folgten Hawkens, Parker und Stone, und hinter ihnen kamen die dreißig Apachen, welche miteinander abwechselten, die Packpferde zu leiten. Nscho-tschi saß rittlings, also nach Männerart, auf ihrem Pferde. Sie war, wie ich schon wußte und es sich auch im Verlaufe unserer Reise zeigte, eine ausgezeichnete und auch aus- |