»Dann, hm! Ihr möchtet Euch wohl zu gern dieses jungen Apachen annehmen, Sir?«
»Ich möchte nicht bloß, sondern ich werde es wirklich tun! Wenn er gefangen wird, werde ich ihn befreien. Und wenn etwa gar die Waffen gegen ihn gebraucht werden sollen, so stelle ich mich auf seine Seite und kämpfe für ihn. Das will ich Euch offen und ehrlich sagen.«
»So? Das werdet Ihr tun? Wirklich?«
»Ja; ich habe es einem Sterbenden in die Hand versprochen, und ein solches Gelöbnis ist mir, der ich selbst ein einfaches, gewöhnliches Versprechen nie breche, so heilig wie ein Eid.«
»Freut mich, freut mich sehr. Stimmen da ganz genau überein, wir beide.«
»Aber,« drängte ich nun ungeduldig, »so sagt mir doch, wie diese Eure schönen Reden mit Euern bösen Vorsätzen in Einklang gebracht werden können!«
»Das also möchtet Ihr wissen? Hm, ja, Euer alter Sam Hawkens hat gar wohl bemerkt, daß Ihr unterwegs gern mit ihm reden wolltet. Durfte aber nicht sein; hätte mir meinen ganzen, schönen Plan zu Schanden machen können. Bin ein ganz anderer Kerl und meine es auch ganz anders, als es scheint. Will nur nicht jeden in meine Karte gucken lassen, hihihihi! Euch kann ich es mitteilen; werdet mir mithelfen, und Dick Stone und Will Parker auch, wenn ich mich nicht irre. Also: Wie ich Intschu tschuna beurteile, ist er nicht etwa mit Winnetou einstweilen bloß auf Kundschaft gewesen, sondern hat inzwischen rüsten und seine Krieger ausrücken lassen. Die sind jedenfalls schon ein tüchtiges Stück vorgedrungen, und da er, wie auch Winnetou, die ganze Nacht hindurch reitet, vermute ich, daß er schon morgen früh oder Vormittag auf sie trifft, sonst würde er sein Pferd nicht so anstrengen. Uebermorgen abend kann er dann schon wieder hier sein. Da seht Ihr, in welcher Gefahr wir uns befinden und wie nahe sie uns ist. Wie gut also, daß wir ihm nachgeritten sind! Ich hätte ihn auf keinen Fall so bald zurückerwartet. Und wie gut, daß wir die Kiowas getroffen und von ihnen alles erfahren haben! Die holen ihre zweihundert Reiter her und – – –« |