 | Winnetou in Fesseln Wir hatten unsere Gewehre in den Händen und gingen zu dem Wagen, in welchem Tangua herumstöberte. Mir war nicht ganz wohl dabei. Dort angekommen, fragte Sam in warnendem Tone:
»Hat der berühmte Häuptling der Kiowas Lust, in einigen Augenblicken in die ewigen Jagdgründe zu gehen?«
Der Gefragte, welcher uns den Rücken zukehrte, richtete sich aus seiner gebückten Haltung auf, drehte sich zu uns herum und antwortete grob:
»Warum stören mich die Bleichgesichter mit dieser albernen Frage? Tangua wird einst in den ewigen Jagdgründen als großer Häuptling herrschen; aber es muß noch eine lange Zeit vergehen, ehe er den Weg dorthin macht.«
»Diese Zeit wird vielleicht nur eine Minute sein.«
»Warum?«
»Steig herab vom Wagen, so werde ich es dir sagen; aber mach ja schnell!«
»Ich bleibe hier!«
»Gut, so flieg in die Luft!«
Sam wendete sich nach diesen Worten ab und tat so, als ob er sich entfernen wolle. Da aber kam der Häuptling mit einem raschen Sprunge vom Wagen herunter, faßte ihn am Arme und rief:
»In die Luft fliegen? Warum redet Sam Hawkens solche Worte?«
»Um dich zu warnen.«
»Vor was?«
»Vor dem Tod, der dich ergriffen hätte, wenn du nur noch einige Augenblicke da oben geblieben wärest.«
»Uff! Der Tod ist auf dem Wagen?«
»Ja.«
»Wo? Zeige ihn mir!«
»Später vielleicht. Haben dir deine Kundschafter nicht gesagt, weshalb wir uns hier befinden?«
»Ich habe es von ihnen erfahren. Ihr wollt einen Weg für das Feuerroß der Bleichgesichter bauen.«
»Richtig! So ein Weg geht über Flüsse und Abgründe |
 |  |
 |