 | Winnetou in Fesseln »Nicht jetzt und nicht hier. Nehmt Eure Instrumente zusammen und geht zum Lager! Ich komme nach; muß nur vorher schnell hinüber zu den Kiowas, um ihnen zu sagen, was ich erfahren habe und wie sie sich verhalten sollen.«
Er schritt oberhalb des Teiches auf den Bach zu, sprang hinüber und verschwand dann jenseits unter den Bäumen des Waldes. Wir packten unsere Siebensachen zusammen und suchten das Lager auf, wo wir auf Sams Wiederkehr warteten. Wir hatten ihn weder kommen sehen, noch kommen hören, aber ganz plötzlich stand er mitten unter uns und sagte in übermütigem Tone:
»Da habt ihr mich, Mylords! Habt ihr denn weder Augen noch Ohren? Euch kann ja ein Elefant überrumpeln, dessen Schritte man eine Viertelstunde weit hört!«
»Jedenfalls seid Ihr aber nicht wie ein solcher Elefant aufgetreten,« antwortete ich.
»Mag sein. Wollte euch nur zeigen, wie man an die Menschen kommt, ohne daß sie es bemerken. Habt ruhig dagesessen und nicht gesprochen; seid ganz still gewesen und habt mich doch nicht gehört, als ich herangeschlichen kam. So, grad so war es gestern auch, als ich mich an die Apachen machte.«
»Erzählt uns das, erzählt!«
»Well, sollt es hören. Muß mich aber dazu setzen, denn ich bin sehr müde. Meine Beine sind an das Reiten gewöhnt und wollen sich auf das Laufen nicht mehr einlassen. Ist auch nobler, zu der Kavallerie als zur Infanterie zu gehören, wenn ich mich nicht irre.«
Er setzte sich in meine Nähe, blinzelte uns rundum Einen nach dem Andern an und sagte dann, sehr bedeutsam mit dem Kopfe dazu nickend:
»Also, heute abend geht der Tanz los!«
»Heute abend schon?« fragte ich, halb überrascht und halb erfreut, weil ich mir die Entscheidung bald herbeigewünscht hatte. »Das ist gut; das ist sehr gut!«
»Hm, Ihr scheint ja ganz erpicht darauf zu sein, in die Hände der Apachen zu geraten! Aber recht habt Ihr; es ist gut und ich freue mich auch darüber, daß wir nicht länger zu |
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