 | Winnetou in Fesseln Einschlafen erfolgen solle, denn sonst wäre er nun längst unternommen worden. Das Feuer war ziemlich niedergebrannt, und ich hielt es für geraten, die Entscheidung nicht länger zu verzögern. Darum gähnte ich einige Male, dehnte mich und sagte:
»Ich bin müde und möchte schlafen. Ihr nicht auch, Sam Hawkens?«
»Habe nichts dagegen; werde es auch so machen,« antwortete er. »Das Feuer geht aus. Gute Nacht!«
»Gute Nacht!« sagten auch Stone und Parker; dann rückten wir möglichst weit, aber so, daß es nicht auffallen konnte, vom Feuer weg und streckten uns da aus.
Die Flamme wurde kleiner und kleiner, bis sie ganz erlosch; nur die Asche glühte noch; ihr Schein konnte aber wegen des aufgeschichteten Holzes nicht zu uns dringen. Wir lagen alle vollständig im Dunkeln. Jetzt galt es, uns leise, ganz leise in Sicherheit zu bringen. Ich langte nach meinem Gewehre und schob mich langsam fort; Sam hielt sich an meiner Seite, und die Andern folgten. Sollte einer von ihnen ja ein Geräusch verursachen, so versuchte ich, dasselbe dadurch unhörbar zu machen, daß ich, als ich die Pferde erreichte, eins derselben zum lauten Stampfen brachte, indem ich es hin und her schob; das mußte jeden verräterischen Schall übertönen. Es gelang auch wirklich Allen, die Kiowas zu erreichen, welche schon wie kampfbegierige Panther auf der Lauer standen.
»Sam,« flüsterte ich diesem zu, »wenn die beiden Häuptlinge wirklich geschont werden sollen, so dürfen wir keinen Kiowa über sie lassen. Seid Ihr einverstanden?«
»Ja.«
»Ich nehme Winnetou auf mich; Ihr, Stone und Parker mögt Euch an Intschu tschuna machen.«
»Ihr einen und wir drei zusammen auch nur einen? Dieses Exempel ist nicht richtig – wenn ich mich nicht irre.«
»Es ist richtig. Ich werde mit Winnetou schnell fertig; ihr aber müßt zu dreien sein, damit sein Vater sich gar nicht wehren kann, denn wenn er Zeit und Raum zur Verteidigung bekommt, kann dies für ihn leicht Verletzungen oder gar den Tod nach sich ziehen.« |
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