 | Winnetou in Fesseln bis dahin noch einen weiten Weg haben, so werden wir uns nicht lange mit ihnen schleppen. Sie kommen an den Marterpfahl.«
»Alle?«
»Alle!«
»Das glaube ich nicht.«
»Warum?«
»Weil du vorhin im Irrtum gewesen bist.«
»Wann?«
»Als du sagtest, daß die Apachen euch gehörten. Das war falsch.«
»Das war richtig!«
»Nein. Nach den Gesetzen des Westens gehört der Gefangene dem, der ihn zum Gefangenen gemacht hat. Nehmt euch also die Apachen, welche ihr überwunden habt; dagegen will ich gar nichts haben. Diejenigen aber, die wir ergriffen haben, gehören uns.«
»Uff, uff! Wie klug du redest. Da wollt ihr wohl auch Intschu tschuna und Winnetou behalten?«
»Natürlich!«
»Und wenn ich sie euch nicht lasse?«
»Du wirst sie uns lassen!«
Er sprach in feindseligem Tone; ich antwortete ihm ruhig und bestimmt. Da zog er sein Messer, stieß es bis an das Heft in die Erde und sagte, indem seine Augen mich drohend anfunkelten:
»Legt ihr nur eine Hand an einen einzigen Apachen, so werden eure Leiber sein wie diese Stelle hier, in welcher mein Messer steckt. Ich habe gesprochen. Howgh!«
Das war sehr ernst gemeint; ich hätte ihm aber doch gezeigt, daß ich keine Lust hatte, mich einschüchtern zu lassen, wenn Sam Hawkens nicht so klug gewesen wäre, mir einen warnenden Blick zuzuwerfen, welcher mich zur Ruhe und Vorsicht mahnte. Ich zog es also vor, zu schweigen.
Die gefesselten Apachen lagen rund um das Feuer, und es wäre am einfachsten gewesen, sie da liegen zu lassen, wo sie ohne Mühe bewacht werden konnten. Aber Tangua wollte mir zeigen, daß er sie wirklich als sein Eigentum betrachte |
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