 | Zweimal um das Leben gekämpft Gedanken zu kommen. Es gehört Erfahrung dazu, meine Frage zu beantworten.«
»Die habe ich ja!«
»Ihr? Erfahrung? Möchte wissen, woher die Euch kommen sollte! Wollt Ihr mir das vielleicht sagen?«
»Warum nicht? Die Erfahrung, welche ich meine, habe ich aus Büchern geschöpft.«
»Wieder Eure Bücher! Es mag Euch einmal glücken, etwas gelesen zu haben, was Euch hier Nutzen bringt, aber da dürft Ihr doch nicht gleich denken, daß Ihr die Gescheitheit nur so mit Löffeln gegessen habt. Ich werde Euch gleich beweisen, daß Ihr nichts, aber auch gar nichts wißt. Also, warum haben die beiden entflohenen Häuptlinge nur ihre eigenen Pferde mitgenommen, aber diejenigen der Gefangenen dagelassen?«
»Eben um dieser Gefangenen willen.«
»Ah! Wieso?«
»Weil diese ihre Pferde noch sehr notwendig brauchen werden.«
»Meint Ihr? Inwiefern können denn Gefangene Pferde brauchen?«
Ich fühlte mich durch seine Fragen nicht etwa in meinem Ehrgefühle verletzt; es war nun einmal so seine Weise. Darum antwortete ich:
»Es kann zweierlei geschehen. Entweder kehren die beiden Häuptlinge bald mit einer genügenden Apachenschar zurück, um die Gefangenen zu befreien. Warum sollen sie da die Pferde erst mitnehmen und dann wieder mitbringen? Oder die Kiowas warten die Ankunft der Apachen nicht ab und verlassen mit ihren Gefangenen diese Gegend. Dann ist den letzteren ihre Lage dadurch erleichtert, daß sie reiten können. Ihr Transport verursacht da weniger Schwierigkeiten, und es ist zu hoffen, daß sie nach den Dörfern der Kiowas geschafft werden und unterwegs befreit werden können. Hätten sie aber keine Pferde, so daß sie laufen müßten, so könnten die Kiowas leicht auf den Gedanken kommen, den schwierigen und langweiligen Transport dadurch zu umgehen, daß sie sie hier und jetzt gleich umbringen.« |
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