Aber wie denkt Ihr Euch denn eigentlich die Sache, Sir? Auf die Andern können wir nicht rechnen; wir sind also nur vier Personen, welche unter Umständen mit zweihundert Kiowas anbinden wollen. Meint Ihr denn, daß dies ein gutes Ende für uns nehmen könnte?«
»Nach dem Ende frage ich nicht. Ich dulde nicht, daß in meiner Gegenwart ein solcher Mord geschieht.«
»Dann wird er trotzdem geschehen, doch mit dem Unterschiede, daß Ihr auch mit ausgelöscht werdet. Oder wollt Ihr Euch auf Euern neuen Namen Old Shatterhand verlassen? Meint Ihr, daß Ihr zweihundert rote Krieger mit Euern Fäusten niederschlagen könnt?«
»Unsinn! Ich habe mir diesen Namen nicht gegeben und weiß genau, daß wir Vier nicht gegen die Zweihundert aufkommen könnten. Aber ist denn die Anwendung von Gewalt durchaus notwendig? List ist da oft besser.«
»So? Das habt Ihr wohl gelesen?«
»Ja.«
»Richtig! Ihr seid dadurch aber auch ein furchtbar gescheiter Kerl geworden. Ich möchte Euch wirklich gern einmal listig sehen. Was würdet Ihr denn ungefähr für Gesichter dabei machen? Ich sage Euch, daß hier mit aller Eurer List nichts zu erreichen ist. Die Roten werden machen, was sie wollen, und sich gar nicht darum kümmern, ob wir drohende oder listige Mienen dazu schneiden.«
»Gut! Ich sehe, daß ich mich nicht auf Euch verlassen kann, und werde also, wenn man mich dazu zwingt, allein handeln.«
»Um Gottes willen, macht keine Dummheiten, Sir! Ihr habt gar nichts allein zu machen, sondern Euch in allem, was Ihr tut, nach uns zu richten. Ich habe ja gar nicht sagen wollen, daß ich mich der Apachen, falls ihnen Gefahr drohen sollte, nicht annehmen will, aber es ist nie meine Art gewesen, mit dem Kopfe dicke Mauern einzurennen. Ich sage Euch, die Mauern sind stets härter als die Köpfe.«
»Und ich habe ebensowenig sagen wollen, daß ich Unmögliches machen will. Jetzt wissen wir noch gar nicht, wie die Kiowas über ihre Gefangenen bestimmt haben, und brauchen |