einsehen, daß er sich in unserer Gewalt befand; er zweifelte wohl auch nicht daran, daß ich gegebenen Falles meine Drohung wahr machen würde; es trat eine Pause ein, während welcher er uns mit seinen wild rollenden Augen verschlingen zu wollen schien; dann gab er sich Mühe, seinen Zorn zu beherrschen, und fragte in ruhigerem Tone:
»Was willst du denn von mir?«
»Nichts anderes als das, um was ich dich vorhin gebeten habe: Die Apachen sollen nicht am Marterpfahle sterben.«
»Ihr verlangt wohl gar, daß sie überhaupt nicht getötet werden sollen?«
»Tut später mit ihnen, was ihr wollt; aber so lange wir bei euch und ihnen sind, darf ihnen nichts geschehen.«
Wieder ließ er eine Weile schweigend vorübergehen. Trotz der Kriegsfarben, welche sein Gesicht bedeckten, sah man, daß der Ausdruck verschiedener Empfindungen, Zorn, Haß, Schadenfreude, über dasselbe ging. Ich hatte angenommen, daß das Wortgefecht zwischen ihm und mir ein lang anhaltendes sein werde, und glaubte dies auch jetzt noch; darum wunderte ich mich nicht wenig, als er nun sagte:
»Es soll nach deinem Wunsche geschehen; ja, ich will dir noch mehr als ihn erfüllen, wenn du auf den Vorschlag eingehst, den ich dir machen werde.«
»Welcher Vorschlag ist das?«
»Zuvor muß ich dir sagen, daß du ja nicht denken darfst, ich fürchte mich vor deinem Messer. Du wirst dich hüten, mich zu erstechen, denn wenn du dies tätest, so würdet ihr in wenigen Minuten von meinen Kriegern in Stücke zerrissen. Ihr mögt noch so tapfer sein, zweihundert Gegner könnt ihr nicht besiegen. Also deine Drohung, mich zu erstechen, verlache ich. Ich könnte ruhig sagen, daß ich dein Verlangen nicht erfülle, und doch würdest du mir nichts tun. Dennoch sollen die Hunde der Apachen nicht am Marterpfahle sterben; ich verspreche dir sogar, daß wir sie überhaupt nicht töten werden, wenn du darauf eingehst, für sie auf Leben und Tod zu kämpfen.«
»Mit wem?«
»Mit einem meiner Krieger, welchen ich bestimmen werde.«
»Welche Waffe?« |