 | Zweimal um das Leben gekämpft »Nein, bester Sam. Erstens denke ich, aufrichtig gesagt, daß es besser ist, ein Greenhorn stirbt, als so ein tüchtiger Westmann, wie Ihr seid, und zweitens – – –«
»Haltet abermals den Schnabel! An mir liegt nicht viel, wenn ich alter Kerl sterbe. Aber wenn so ein junger, hoff – – –«
»Nein, haltet Ihr den Mund!« unterbrach ich ihn so, wie er mich vorher unterbrochen hatte. »Und zweitens wäre es geradezu ehrlos und feig von mir, wenn ich mich zurückziehen und einen Andern an meine Stelle treten lassen wollte. Uebrigens würde der Häuptling das gar nicht zugeben, denn er hat es grad auf mich abgesehen.«
»Das ist es ja grad, was mir nicht in den Kopf will! Er hat es auf Euch abgesehen, partout auf Euch. Ich will hoffen, daß sein Kanoe anders schwimmt, als er zu steuern gedenkt. Paßt auf; dort kommen sie!«
Die Indianer kamen jetzt langsam heranmarschiert. Sie zählten nicht zweihundert, weil eine Anzahl von ihnen als Wächter bei den gefangenen Apachen zurückgeblieben war. Tangua führte sie an uns vorüber bis an die Stelle, welche ich vorhin erwähnte. Dort angekommen, bildeten sie einen Dreiviertelkreis; das vierte Viertel sollten wir Weißen ausfüllen. Wir taten es. Dann winkte der Häuptling. Aus der Reihe der Roten trat ein Krieger von wahrhaft herkulischen Körperformen und legte alle seine Waffen außer dem Messer ab. Dann entkleidete er die obere Hälfte seines Körpers. Wer diese nun enthüllten Muskeln sah, dem mußte um mich angst und bange werden. Der Häuptling führte ihn in die Mitte und verkündete uns mit einer Stimme, aus welcher die Gewißheit des Sieges klang:
»Hier steht Metan-akva*), der stärkste Krieger der Kiowas, dessen Messer noch kein Krieger widerstanden hat; der Feind stürzt unter seinem Stiche wie vom Blitz getroffen nieder. Er wird mit Old Shatterhand, dem Bleichgesichte, kämpfen.«
»All devils!« flüsterte Sam mir zu. »Das ist ein wahrer Goliath! Hört, lieber Sir, es ist aus mit Euch!«
»Pshaw!« |
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