 | Zweimal um das Leben gekämpft Uebervorteilung nennen; aber er hatte meiner gespottet und gelogen, als er behauptete, daß mein Körper vor Angst bebe; dafür nun dies als Strafe. Das Zartgefühl, ihn in meine Schleife treten zu lassen, wäre hier am ganz unrechten Platze gewesen. Ich sage hier noch einmal, es war schrecklich, daß es auf Tod und Leben ging. Einen Menschen töten zu müssen, ist entsetzlich, aber hier mußte mir die geringste Schonung das Leben kosten, und so war ich fest entschlossen, diesen Simson zu erstechen. Kaltblütig war ich trotz seiner Gestalt und seines imponierenden Namens geblieben, weil ich keinen Grund hatte, mich für einen schlechten Fechter zu halten, obgleich ich jetzt zum erstenmal im Leben einem Menschen mit dem Messer in der Hand gegenüberstand.
»Er wagt es wirklich!« hohnlachte er. »Mein Messer wird ihn fressen. Der große Geist gibt ihn in meine Hand, indem er ihm den Verstand genommen hat.«
Bei den Indianern sind solche Redevorspiele gebräuchlich; ich wäre für feig gehalten worden, wenn ich geschwiegen hätte; darum antwortete ich:
»Du kämpfest mit dem Munde; ich aber stehe hier mit dem Messer. Nimm deinen Platz ein, wenn du dich nicht fürchtest!«
Da sprang er mit einem Satze in die andere Schlinge der Acht und schrie zornig:
»Fürchten? Metan-akva soll sich fürchten! Habt ihr es gehört, ihr Krieger der Kiowas? – Ich werde diesem weißen Hunde mit dem ersten Stiche das Leben nehmen!«
»Mein erster Stich wird dich um das deinige bringen. Nun schweig! Du solltest eigentlich nicht Metan-akva, sondern Avat-ya*) heißen.«
»Avat-ya, Avat-ya! Dieser stinkige Coyote wagte es, mich zu beschimpfen! Wohlan, die Geier sollen seine Eingeweide fressen!«
Diese letztere Drohung war eine große Unvorsichtigkeit, ja geradezu eine Dummheit von ihm, denn sie machte mich aufmerksam auf die Art und Weise, in welcher er seine Waffe brauchen wollte. Meine Eingeweide! Also wahrscheinlich nicht |
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