 | Zweimal um das Leben gekämpft "Blitzmesser" mich niederstechen würde. Der so ganz entgegengesetzte Ausgang des Kampfes hatte sie mit Trauer und aber auch mit Wut gegen uns erfüllt. Sie wären gewiß am liebsten über uns hergefallen; das aber durften sie nicht, weil es nicht nur ausgemacht, sondern sogar mit der Friedenspfeife beraucht worden war, daß die Partei des Besiegten den Tod desselben nicht an dem Sieger rächen dürfe. Daran war nun nicht zu rütteln. Jedenfalls aber gedachten sie, bald einen andern Grund zur Feindseligkeit gegen uns zu finden. Sie konnten jetzt noch warten, denn wir waren ihnen sicher. Darum drängten sie einstweilen ihren Grimm zurück und beschäftigten sich mit der Leiche ihres gefallenen Kameraden. Der Häuptling befand sich auch bei derselben, und da läßt es sich denken, daß Sam Hawkens für seine Vorstellungen kein williges oder gar freundliches Gehör fand. Er kehrte höchst verdrießlich zurück und meldete uns:
»Der Kerl will wirklich nicht Wort halten. Er scheiut [scheint] die Gefangenen verschmachten lassen zu wollen. Und das nennt der Schuft "nicht töten"! Wir werden aber die Augen offen halten, wenn ich mich nicht irre, und ihm doch ein Schnippchen schlagen, hihihihi!«
»Wenn nur dieses Schnippchen uns nicht selbst geschlagen wird!« bemerkte ich. »Es ist schwer, Andere zu beschützen, wenn man des Schutzes selbst so sehr bedarf.«
»Ich glaube gar, Ihr fürchtet Euch vor diesen Roten, Sir!«
»Pshaw! Daß ich mich nicht fürchte, wißt Ihr ebenso gut wie ich selbst.«
»Mit nur einem Unterschiede. Nämlich da, wo ich mich scheuen würde, geht Ihr dick darauf wie der Ochse auf ein rotes Tuch. Und wo es den eigentlichen richtigen Mut gilt, da zeigt Ihr Bedenklichkeit. Das ist aber stets so Greenhornsweise. Was denkt Ihr denn eigentlich so jetzt in Euern Sinnen?«
»Worüber?«
»Ueber den Messerkampf, den Ihr bestanden habt.«
»Da denke ich, daß Ihr wahrscheinlich mit mir zufrieden sein werdet.«
»Das meine ich nicht. Ich rede von den etwaigen Vorwürfen.« |
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