du kannst also auch mich töten, denn nur falls dir dies gelingen sollte, wirst du imstande sein, die Zeder zu erreichen.«
»Und dein Tod würde mir nicht schaden?«
»Nein. Töte ich dich, so erreichst du das Ziel nicht, und deine Gefährten müssen sterben; tötest du mich, so gelangst du an die Zeder, und ihr seid von diesem Augenblicke an nicht mehr gefangen, sondern frei. Komm!«
Er dreht [drehte] sich um, und ich zog meinen Jagdrock und die Stiefel aus. Was ich im Gürtel und in den Taschen stecken hatte, legte ich hin. Dabei klagte Sam:
»Es wird schief gehen, Sir, sehr schief. Wenn Ihr Euer Gesicht sehen könntet! Und der jammervolle Ton bei Euren letzten Fragen! Mir ist himmelangst um Euch und uns!«
Ich konnte ihm nichts antworten, weil die drei Häuptlinge es gehört hätten, aber ich wußte sehr wohl, warum ich so kläglich tat. Ich wollte Intschu tschuna sicher machen und, wie man sich vulgär auszudrücken pflegt, ihn auf den Leim führen.
»Noch eine Frage!« bat ich, ehe ich ihm folgte. »Bekommen wir unser Eigentum zurück, falls wir frei werden?«
Er stieß ein kurzes, ungeduldiges Lachen aus, denn er hielt diese Frage für geradezu verrückt, und antwortete:
»Ja, ihr bekommt es.«
»Alles?«
»Alles.«
»Auch die Pferde, die Gewehre?«
Da schnauzte er mich zornig an:
»Alles, ich habe es gesagt! Hast du keine Ohren? Eine Kröte wollte mit dem Adler um die Wette fliegen und fragte ihn, was er ihr geben würde, wenn sie ihn besiegte! Wenn du ebenso dumm schwimmst, wie du fragst, so schäme ich mich, daß ich dir keine alte Squaw zur Gegnerin gegeben habe!«
Wir gingen fort, durch den Halbkreis, welcher sich uns öffnete, dem Ufer zu. Ich kam da ganz in der Nähe von Nscho-tschi vorüber und fing von ihr einen Blick auf, mit welchem sie für das Leben von mir Abschied nahm. Die Indianer folgten hinter uns und lagerten sich dann beliebig nieder, um das interessante Schauspiel, das sie erwarteten, bequem zu genießen. |