Es verstand sich ganz von selbst, daß ich mich in der äußersten Gefahr befand. Ich mochte gerade, schief oder im Zickzack über den Fluß schwimmen, so war ich verloren, [;] der Tomahawk des Häuptlings mußte mich treffen. Es gab nur einen Rettungsweg: durch das Tauchen, und da war ich glücklicherweise nicht der Stümper, für den mich Intschu tschuna gehalten hatte.
Aber selbst auf das Tauchen allein durfte ich mich nicht verlassen. Ich mußte doch empor um [empor, um] Atem zu holen, und bot dann meinen Kopf dem Tomahawk. Nein, ich durfte gar nicht wieder an die Oberfläche kommen, wenigstens vor den Augen der Roten nicht. Wie aber das anfangen? Ich musterte das Ufer auf- und abwärts und sah mit großer Befriedigung, daß die Oertlichkeit mir zu Hilfe kam.
Wir befanden uns, wie schon gesagt, auf der vollständig freien Sandfläche, doch oberhalb der Mitte derselben. Ihr aufwärts liegendes Ende, wo der Wald wieder begann, war nur etwas über hundert Schritte von mir entfernt, und noch weiter oben machte der Fluß eine Biegung, die ihn meinem Auge entzog. Abwärts lag das Ende der Sandlichtung, wohl vierhundert Schritte von mir entfernt.
Wenn ich ins Wasser sprang und nicht wieder heraufkam, so glaubte man mich wohl ertrunken und suchte nach meinem Körper; dies geschah jedenfalls abwärts; folglich lag meine Rettung in der entgegengesetzten Richtung, also aufwärts. Da sah ich zunächst eine Stelle, an welcher der Fluß das Ufer unterspült hatte; es hing über und war vortrefflich geeignet, mir eine kurze Zuflucht zu bieten. Weiter oben war allerlei Holzwerk angespült worden und hing so fest, daß ich es recht gut zu demselben Zwecke benutzen konnte. Vorher aber war es geraten, ein wenig ängstlich zu tun.
Intschu tschuna entkleidete sich bis auf die leichte, indianische Hose, steckte den Tomahawk in den Gürtel, nachdem er die anderen in demselben befindlichen Gegenstände entfernt hatte, und sagte dann:
»Es kann beginnen. Spring hinein!«
»Darf ich nicht erst probieren, wie tief es ist?« fragte ich verzagt. |