 | Zweimal um das Leben gekämpft Es ging ein unendlich verächtliches Lächeln über sein Gesicht; er rief nach einer Lanze. Man brachte mir dieselbe, und ich stieß sie in das Wasser. Sie erreichte den Boden nicht. Das war mir unendlich lieb, ich tat aber womöglich noch niedergeschlagener als vorher, kauerte am Wasser nieder und wusch mir die Stirne, wie Einer, welcher befürchtet, einen Schlaganfall zu bekommen, wenn er in das Wasser geht, ohne sich vorher abzukühlen. Es ließ sich hinter mir ein allgemeines Murren der Geringschätzung hören, ein sicheres Zeichen, daß ich meinen Zweck erreicht hatte, und die Stimme Sams rief:
»Um Gottes willen, kommt lieber wieder her, Sir! Das kann ich nicht ansehen. Sie mögen uns tot schinden. Das ist noch besser, als so ein Jammerbild vor Augen zu haben!«
Es kam mir unwillkürlich der Gedanke, was Nscho-tschi von mir denken werde. Ich drehte mich um. Das Gesicht Tanguas war der ganze, fleischgewordene Hohn; Winnetou hatte die Oberlippe emporgezogen, so daß man seine Zähne sah; er war wütend darüber, mir jemals seine Teilnahme geschenkt zu haben. Und seine Schwester hielt die Augen niedergeschlagen; sie sah mich gar nicht mehr an.
»Ich bin bereit,« herrschte Intschu tschuna mir zu. »Was zögerst du noch? Hinein mit dir!«
»Muß es denn wirklich sein?« fragte ich. »Geht es gar nicht anders?«
Es erscholl ein brausendes Gelächter, über welches Tanguas Stimme tönte:
»Gebt diesen Frosch frei! Schenkt ihm das Leben! An einen solchen Feigling darf kein Krieger seine Hand legen!«
Und mit dem grimmigen Knurren eines erzürnten Tigers schrie mich Intschu tschuna an:
»Hinein, sonst haue ich dir augenblicklich den Tomahawk ins Genick!«
Da stellte ich mich sehr erschrocken, setzte mich an den Rand des Flusses, hielt erst die Füße und dann die Unterschenkel in das Wasser und tat so, als ob ich recht hübsch langsam hineinrutschen wolle.
»Hinein mit dir!« schrie Intschu tschuna abermals und versetzte mir einen Fußtritt in den Rücken. Das hatte ich |
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